Über mich

Mit 14 kaufte ich mir den ersten Hund, eine Mischlingshündin. Ich kaufte sie einer Motorradgruppe ab, weil sie so süß schaute. Da ich zuvor immer Angst vor Hunden hatte, wollte ich auch nicht gleich einen ganz so großen Hund.
Sie war ziemlich aggressiv und so wurde mir schnell klar, dass ich mit ihr zur Hundeausbildung musste.
So fuhr ich an einem Sonntag morgens mit dem Fahrrad zur OG-Wiesbaden-Sonnenberg. Leider kam ich etwas verspätet an und traf nur noch den Übungswart Bernd Tretter an. Wir kamen ins Gespräch und er machte mich total neugierig auf den Hundesport.
Er lud mich zur nächsten Übungsstunde ein. Die Arbeit hat mir, wie auch meiner Hündin gleich gut gefallen. Man prüfte meine Hündin auf Schutzdienst und sie biss auch gleich in den Ärmel. Alle waren der Meinung, dass sie vorher schon einmal Schutzdienst gemacht haben müsse. Aber das war wirklich nicht der Fall. Möglicherweise haben die Vorbesitzer aus der Motorradgruppe sie ein wenig auf Menschen abgerichtet, genau weiß ich das aber nicht.
Auf jeden Fall hat es mir so großen Spaß gemacht, dass ich mit dem Hund hart trainiert habe. Jeden Tag war ich im Park und habe geübt. Der Hund war dann auch sehr schnell bekannt, nicht nur auf den Hundeplätze, auch in der Stadt. Ich habe den Hund nie an der Leine geführt hatte und er folgte aufs Wort. Ich habe dann Prüfungen abgelegt und bin bei Wettkämpfen gestartet.
Ca. 2 Jahre nachdem ich mit dem Hundesport angefangen habe, also 1984, kam ich auf die Idee, mir den ersten Schäferhund zu kaufen. Ein Freund fuhr mit mir zur Zwingeranlage von Rüdiger Mai. Dort kaufte ich meine erste Schäferhündin, "Comtess vom Bierstadter Hof".
Sie wurde von mir ausgebildet und war eine richtig gute Hündin in allen Lagen. Sie bestach durch ihren harten Schutzdienst und starke Triebanlagen in der Unterordnung. In Sachen Anatomie eines Hundes hatte ich damals noch keine Erfahrung.
Leider musste ich diese Hündin dann aber verkaufen, da mein damaliger Vermieter die Hundehaltung in der Wohnung untersagte. Rüdiger Mai wollte diese Hündin unbedingt zurück kaufen, denn sie war eine sehr gut veranlagte Hündin, die gleich bei ihrer ersten Schau das "V1" erzielte. Herr Mai züchtete große Erfolge mit ihr. Unter ihren Welpen war auch "Anusch vom Bierstadter Hof", der die "VA3" auf der Siegerschau erreicht hatte.
Das waren meine ersten Schritte beim SV.
Mittlerweile hatte ich schon einige Hunde, die auf Siegerschauen im In- und Ausland sehr gute Erfolge erzielt haben. Ich konnte mich mit meinen Hunden auch schon auf größeren Veranstaltungen qualifizieren.
Das Wesentliche für mich ist der Hunde-Leistungssport.
Viele haben nur das eine Ziel vor Augen - die Siegerschau. Ich denke, und ich spreche sicher im Namen vieler, dass der Schäferhund immer noch der "Gebrauchshund Nummer 1" in der Welt ist, und dass wir ihn auch weiterhin dort sehen wollen. Aber dies ist nur möglich, wenn er weiterhin gefördert wird. Der Schäferhund ist ein Arbeitshund mit entsprechender Veranlagung. Bei der Zucht muss diese Veranlagung zum Gebrauchshund im Vordergrund stehen - nicht der Profit, der im Ring erzielt werden kann.
Ich bin schon dafür, dass der Hund die Veranlagung in der Zucht erfüllen muss, und dies entsprechend honoriert wird. Aber - der Hund sollte nicht nur ein Vermarktungsobjekt sein. Der Sport und das Tier müssen im Vordergrund stehen, nicht der Geldbeutel.
Der Schwerpunkt meiner derzeitigen Tätigkeit liegt im Aufbau eines Klubs in Mexico. Ich unterstütze die mexikanische Polizei bei der Ausbildung ihrer Policedogs.
Ich beobachte schon seit einigen Jahren bei meiner Arbeit in Kanada, USA, Mexico, Kuba und Australien, die Fortschritte mit dem Deutschen Schäferhund im Ausland. Ich staune immer wieder, welcher Wert im Ausland auf Leistung gelegt wird. Das finde ich auch richtig.
Zu meinen Aufgaben gehört u. a. der Schutzdienst. Seit meiner Jugend bin ich Helfer. Mein Interesse für den Zivil- und Schutzhund habe ich zum Beruf gemacht.
Nun wünsche ich euch viel Spaß auf meiner Homepage und wünsche viel Erfolg.
Thomas Koradin